Glomeruläre Erkrankungen

​Überblick

Die Hauptaufgabe der Niere ist die Reinigung des Blutes. Hierfür sind in der Niere tausende kleine Blutfilter („Glomeruli") verantwortlich. Verschiedene Nierenerkrankungen führen zur Schädigung der Glomeruli, weshalb sie glomeruläre Erkrankungen genannt werden (alternative Begriffe: Glomerulopathie oder Glomerulonephritis). Glomeruläre Erkrankungen können zur Nierenfunktionseinschränkung bis hin zur terminalen Niereninsuffizienz und Dialysepflichtigkeit führen. Sie sind zunächst häufig asymptomatisch, d.h. sie verursachen keine Beschwerden. Je nach Erkrankung können Beschwerden auftreten: chronische Müdigkeit, hoher Blutdruck, Schwellungen des Gesichts, der Hände, der Füsse oder des Bauches (Ödeme), Blut im Urin, schäumender Urin, Rückgang der Urinausscheidung.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig ist eine Fehlregulation des eigenen Immunsystems verantwortlich (sogenannte Autoimmunerkrankung).  

Unsere Abklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten

Folgende diagnostische Methoden kommen zum Einsatz:

  • Blutuntersuchungen: Diese beurteilen, ob eine Funktionseinschränkung der Niere vorliegt und in welchem Ausmass. Zudem können verschiedene Spezialtests Hinweise auf die Ursache der Nierenerkrankung liefern.
  • Urinuntersuchung: Untersuchung des Urins auf chemische Bestandteile (Eiweisse) sowie mikroskopische Untersuchung auf Zellen (rote und weisse Blutkörperchen)
  • Ultraschall (US): Bildgebendes Verfahren, welches keine Röntgenstrahlen benötigt. Man kann mittels US die Grösse,  das Aussehen und die Durchblutung der Nieren sowie die ableitenden Harnwege (Harnleiter, Blase) beurteilen.
  • Nierenbiopsie: Diagnostische Massnahme, bei der US gesteuert mithilfe einer Nadel Gewebe aus der Niere gewonnen und unter dem Mikroskop untersucht wird. Bei vielen Nierenerkrankungen ist eine Nierenbiopsie notwendig, um die Ursache der Erkrankung einzuordnen und die Therapie festlegen zu können.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Es kommen sowohl nicht-medikamentöse Massnahmen (Ernährungsanpassungen) als auch Medikamente zum Einsatz. Neben spezifischen Blutdruckmedikamenten, die die Eiweissausscheidung im Urin reduzieren, kommen Substanzen zum Einsatz, welche das Immunsystem beeinflussen (Kortikosteroide, Immunsuppressiva, Chemotherapeutika, Biologika). Auf unserer Tagesklinik führen wir Infusionsbehandlungen (z.B. mit Steroiden, Rituximab oder Cyclophosphamid) durch.

Zusammenarbeit am USZ

Da glomeruläre Erkrankungen oft im Rahmen von Systemerkrankungen auftreten oder Folge anderer körperlicher Erkrankungen sind, arbeiten wir eng mit anderen Spezialdisziplinen zusammen (z.B. Klinik für Rheumatologie, Infektiologie, Diabetologie). Zum Beispiel werden Patienten mit einer glomerulären Schädigung durch Ablagerung bestimmter Eiweisse (Amyloidose) im USZ im Rahmen des Amyloidose-Netzwerks multidisziplinär betreut. Die feingewebliche Diagnostik der Nierenbiopsien und histologische Spezialuntersuchungen werden durch das Institut für klinische Pathologie durchgeführt. Bei bestimmten glomerulären Erkrankungen führen wir in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Hämatologie Plasmaseparationsbehandlungen durch.

Weitere Informationen

Glomerulonephritis (Wikipedia)

Letzte Aktualisierung: 03.05.2017 | Verantwortlich:
Dr. med. H. Seeger