Nierentransplantation

Im Bereich der Grundlagenforschung untersuchen wir die Mechanismen der Toleranzerzeugung bei der Nierentransplantation.

Website des "Nephrology Research Laboratory" an der Universität Zürich-Irchel

Im Bereich der klinischen Forschung liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung von neuen Immunsuppressionsprotokollen, und auf der Verhütung von Langzeitkomplikationen nach Nierentransplantation.

Erhalt der Nierenfunktion durch Alkalitherapie nach Nierentransplantation (Preserve-Transplant Studie)

Die Preserve-Transplant Studie ist eine multizentrische, randomisierte, einfachblinde, Placebo-kontrollierte Studie, welche untersucht, ob die medikamentöse Behandlung einer Übersäuerung im Blut bei nierentransplantierten Patienten dazu führen kann, dass die Transplantat-Nierenfunktion länger erhalten bleibt. Sie wird an 3 verschiedenen Universitätsspitälern in der Schweiz (Zürich, Bern, Genf) durchgeführt und die Studiendauer beträgt 2 Jahre für jeden einzelnen Patienten. Die Resultate dieser Studie werden dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen Übersäuerung und chronischem Transplantatversagen zu verstehen sowie den Nutzen einer Alkalitherapie auf die Transplantatfunktion zu beurteilen. Falls Sie Fragen oder Interesse haben kontaktieren Sie uns bitte.

www.transplant-study.ch

Clinical Trials, U.S. National Institutes of Health

Die Studie läuft seit Juni 2017 und Studienergebnisse werden Anfang 2022 erwartet.


Studie «swisstolerance.CH» - Kombinierte Nieren- und hämatopoetische Stammzelltransplantation zur Induktion von Immuntoleranz und Heilung des Nierenversagens im Endstadium

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Die Nierentransplantation ist die Therapie der Wahl für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Durch die Entwickung von effizienten Immunsuppressiva wurden in den letzten Jahren erfolgreiche Protokolle für die Prävention und Behandlung der akuten Abstossung etabliert. Die Immunsuppression ist aber weniger effizient für die Prävention der chronischen Abstoßung, und verursacht schwerwiegende Nebenwirkungen (erhöhtes Risiko für Infektionen, Tumore und kardiovaskuläre Krankheiten). Die mittlere Überlebensrate einer transplantierten Niere konnte in den letzten Jahren aus diesen Gründen nicht wesentlich verlängert werden (etwa 12-15 Jahre), und die Lebensqualität nach Nierentransplantation ist aufgrund der Nebenwirkungen der Immunsuppression eingeschränkt.

Die Induktion von immunologischer Toleranz, ein Zustand, in welchem das Immunsystem des Empfängers das Transplantat ohne Immunsuppression akzeptiert, würde alle diese Probleme lösen. Die beste Strategie, um dieses Ziel zu erreichen, sieht eine kombinierte Transplantation von hämatopoetischen Stammzellen und Niere vom gleichen Spender vor. Kritisch in diesem Zusammenhang ist die Etablierung einer effizienten, aber nicht zu toxischen Induktionstherapie (sog. Konditionierung). In den letzten Jahren wurden drei erfolgreiche Toleranz-Pilotstudien in den USA durchgeführt. Die besten Resultate wurden an der Universität Stanford mit einem Induktionsprotokoll mit selektiver, niedrig dosierter Bestrahlung der lymphatischen Organe und in vivo T Zell-depletierenden Antikörpern und anschliessender Transplantation mit CD34+ selektionierten hämatopoetischen Stammzellen mit einem T-Zell add-back erreicht. Das Protokoll war besonders erfolgreich in Patienten mit einem HLA-identischen Geschwister als Spender. Kein Patient hatte gravierende Nebenwirkungen durch die Konditionierung und Stammzelltransplantation, und Toleranz wurde in 70% der Fälle erreicht. Diese nierentransplantierten Patienten benötigen z.T. seit Jahren keine Immunsuppression mehr und haben eine normale Nierenfunktion. Wenn das Protokoll erfolgreich ist, kann man somit von einer definitiven Heilung der chronischen Niereninsuffizienz reden.

Am Universitätsspital Zürich wurde 2015 das «swisstolerance.CH» Studienteam gebildet, welches aus Spezialisten der Nephrologie, Hämatologie, Viszeralchirurgie und Radiotherapie zusammengesetzt ist, mit dem Ziel, die erste europäische Toleranzstudie basierend auf Stammzelltransplantation zu initiieren. Bisher wurden 2 Patientinnen mit einem solchen Protokoll transplantiert. Es sind keine Komplikationen im Rahmen des Studienprotokolls aufgetreten, und die erste Patientin ist seit fast einem Jahr ohne immunsuppressive Therapie.

Falls Sie Interesse an der Studie haben und mehr Informationen möchten, bitte wenden Sie sich an das Studienteam:

  • Prof. Thomas Fehr (thomas.fehr@uzh.ch)
  • Dr. Kerstin Hübel (kerstin.huebel@usz.ch)

Weitere Informationen:

  • Zusammenfassung des Studienprotokolles
  • Information für den Nierenempfänger
  • Information für den Nierenspender
  • Publikation des Studienteams aus Stanford

SwisstoleranceCH_Empfänger_Aufklärung_20131123.pdf
SwisstoleranceCH_Spender_Aufklärung_v1_20131123.pdf
Scandling_et_al-2015-American_Journal_of_Transplantation.pdf


Letzte Aktualisierung: 11.10.2018 | Verantwortlich:
Prof. R. Wüthrich